Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach
Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach

Aktuelles

Die Krippe wird am 24. Dezember 2018 wieder ausgestellt und kann dann bis zum 2. Februar 2019 besichtigt werden.

 

Während der Ausstellung sind Krippenführungen gegen eine Aufwands-entschädigung auf Anfrage möglich.

 

Kostenlose Krippenführung ohne Anmeldung voraussichtlich am

25. Dezember 2018

um 15:00Uhr (Änderungen vorbehalten).

Symbolik der Figuren - Einführung

Grundsätzlich sind Krippen von einer starken Symbolik durchdrungen. Umso mehr gilt dies für eine Künstlerkrippe wie der von Luis Prugger. Ausführliche symbolische Deutungsversuche finden sich bei der Beschreibung der einzelnen Figuren. Zunächst soll hier auf dieser Seite aber in die Zahlen- und Farbsymbolik der Wenzenbacher Krippe eingeführt werden. Diese und alle folgenden Ausführungen zur Symbolik sind dabei vor allem als Anregung zum tieferen Nachdenken bei der Betrachtung unserer Kirchenkrippe zu verstehen.

 

Zahlensymbolik

Am 25. Dezember feiert die Kirche das Weihnachtsfest. Passend zu dieser Zahl gibt es in der Wenzenbacher Krippe fünfundzwanzig Figuren: zwölf Menschen, zwölf Tiere sowie einen Engel, der kein irdisches sondern ein himmlisches Wesen ist. Die Hauptfiguren sind in drei Gruppen zu je fünf Figuren gegliedert: die Heilige Familie mit Ochs und Esel; die Heiligen Drei Könige mit Soldat und Dromedar; sowie die fünf Hirten. In jeder Gruppe gibt es drei Kernfiguren, insgesamt also neun: Jesus, Maria und Joseph; Kaspar, Melchior und Balthasar; sowie die drei Hirten der Anbetung. Außerdem gibt es noch eine vierte Gruppe von neun Schafen; vier liegende und fünf stehende.

 

Die Drei gilt in der religiösen Mythologie als göttliche oder heilige Zahl. In der Drei lässt sich die Dreieinigkeit Gottes (Gottvater, Gottsohn und Heiliger Geist) erkennen. Auch symbolisiert sie die Dreiteilung des Kosmos (Himmel, Erde und Wasser), des Menschen (Körper, Seele und Geist) und der Familie (Vater, Mutter und Kind), der Keimzelle des menschlichen Lebens.

 

Die Fünf gilt als die Zahl der Menschlichkeit. Der Mensch entdeckt die Welt mit seinen fünf Sinnen: Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken. In der christlichen Symbolik taucht sie in den fünf Wundmalen Christi auf. Der Fünfstern oder Pentagramm, schließlich, galt in der mittelalterlichen Mystik als Schutzzauber gegen das Böse.

 

Die Neun gilt in vielen Kulturen als vollkommene Zahl. Dies liegt daran, dass Neun dreimal die göttliche Zahl Drei enthält. Neun Musen, die Schutzgöttinnen der Kunst, kannte die griechische Mythologie. Aber auch die katholische Kirche kennt die Neun. So werden besondere Heiligenfeste oder auch der Tod des Papstes mit einer Novene, einer neuntägigen Gebetsabfolge bedacht.

 

Die Zwölf ist eine urbiblische Zahl. Zwölf Stämme umfasst das Volk Israel; zwölf Edelsteine befinden sich auf der Brustplatte des Hohepriesters; zwölf Apostel berief Jesus als seine engsten Vertrauten; zwölf Tore führen in das himmlische Jerusalem, dessen Grundmaße alle auf der Zahl Zwölf basieren.

In der Zwölf steckt außerdem noch die Zahl Vier verborgen. Die Vier aber ist seit alters her die Zahl der Welt und allen Irdischen: vier Himmelsrichtungen, vier Elemente, vier Jahreszeiten, vier Mondphasen, vier Lebensalter, vier Tageszeiten, vier Temperamente, vier Kardinaltugenden, etc. Auch im Neuen Testament taucht manchmal die Vier auf, beispielsweise bei den vier Evangelisten.

In der Zahl Zwölf verbirgt sich außerdem die Zahl Sechs. Die Sechs ist die Zahl der Schöpfungstage, also des Anfangs. Wie bei der Schöpfung so schafft Gott auch mit der Geburt seines Sohnes einen Neuanfang.

 

Farbsymbolik

Besonders auffällig an den Krippenfiguren ist ihre reiche Fassung, insbesondere die der Könige. Deren Gewänder zeigen nicht nur verschiedene, aufgemalte Muster; sie besitzen teilweise auch eine sogenannte Lüsterfassung. Bei dieser sehr aufwändigen Technik wird zunächst eine Versilberung oder Vergoldung aufgebracht über die dann ein farbiger und durchscheinender Lack gelegt wird. Dadurch entsteht ein außergewöhnlicher Schimmer, der an den Glanz von Seide erinnert. Ganz entgegengesetzt zur Farbigkeit der Könige stehen die Hirten in ihren Erdtönen von Braun bis Ocker. Die Heilige Familie fügt sich harmonisch dazwischen. Maria steht mit ihrem bläulichen Mantel den Königen näher. Josef ähnelt mit seinem ockerfarbenen Mantel mehr den Hirten an seiner Seite. Dies ließe sich auch symbolisch deuten. Der blaue Mantel und die Nähe zu den Königen weist darauf hin, dass Maria, besonders in der katholischen Tradition, als Königin des Himmels verehrt wird. Der ockergelbe Mantel des Joseph und seine Nähe zu den Hirten weist diesem die Rolle des irdischen Vaters Jesu zu.

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