Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach
Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach

Aktuelles

Die Krippe wird am 24. Dezember 2018 wieder ausgestellt und kann dann bis zum 2. Februar 2019 besichtigt werden.

 

Während der Ausstellung sind Krippenführungen gegen eine Aufwands-entschädigung auf Anfrage möglich.

 

Kostenlose Krippenführung ohne Anmeldung voraussichtlich am

25. Dezember 2018

um 15:00Uhr (Änderungen vorbehalten).

Luis Prugger de Coi (1910-1945)

Das viel zu kurze Leben des Luis Prugger

Luis Prugger wurde 1910 geboren und wuchs zusammen mit seinen fünf Geschwistern auf dem elterlichen Hof Coi auf. Der Vater starb im Ersten Weltkrieg 1914-1918 und so musste die Mutter die vier Buben und zwei Mädchen unter ärmlichen Bedingungen alleine großziehen. Wie seine Geschwister musste auch Luis deshalb schon früh durch Arbeit ein Zubrot verdienen. Es war wohl ein Glücksfall, dass der hochtalentierte junge Mann den Beruf des Bildhauers in der Werkstatt von Hermann Moroder da Jumbierch (1889–1969) erlernen konnte.

 

Wie seine Brüder litt Luis an einer Sprachstörung, die bei ihm am stärksten ausgeprägt war. Er konnte nicht flüssig sprechen und stotterte schwer. Grundsätzlich hatte er aber wohl ein recht fröhliches und zufriedenes Gemüt. Beim Sprechen hatte er oft die Gewohnheit mit einem Fuß aufzustampfen, um die Worte hervorzubringen und wenn ihm komplett die Sprache versagte, dann soll er immer recht herzlich gelacht haben. Vielleicht war es gerade diese Sprachstörung, die ihn dazu bewegte sein ganzes Können in seine Schnitzerei zu legen, weil sie es ihm ermöglichte sich ganz ohne Sprache auszudrücken.

 

1935/36 diente Luis Prugger im Abessinienkrieg von dem er wieder nach Hause zurückgekehrt ist. Im Zweiten Weltkrieg wurde er dann als Soldat in den Russlandfeldzug geschickt. Irgendwann wurde er als vermißt gemeldet und kam schließlich nicht mehr zurück. Als Todesjahr wird 1945 genannt, wobei die näheren Umstände nicht bekannt sind, sodass auch ein früheres Todesjahr möglich scheint. Direkte Nachkommen seiner Familie gibt es heute praktisch keine mehr, sodass sich wenig mehr herausfinden lässt. Bei der Nachbarsfamilie Hofer hat sich aber immerhin eine Fotografie erhalten, die aus dem Jahr 1937 stammen soll und Luis Prugger folglich im Alter von 27 Jahren zeigt. Etwa zu dieser Zeit könnte auch die Wenzenbacher Prugger Krippe entstanden sein.

 

Durch die tragischen Umstände des unseligen Weltkriegs war dem talentierten Prugger eine viel zu kurze Lebens- und Schaffenszeit gegönnt, wodurch sein im Grödnertal unvergessenes Werk überschaubar blieb. Seine Krippenfiguren sind von ungemein starker Ausdruckskraft. Sie wirken frisch und weich, wie aus Ton modelliert. (vgl. Elfriede Perathoner Bergmeister: Grödner Krippenschnitzkunst, Folio Verlag, Wien/Bozen 2004).

Das Bild zeigt Luis Prugger [2ter v.r.] im Kreise von Familienmitgliedern und Freunden.

[mittlere Reihe v.l.n.r. Johann Hofer, Care Prugger (Bruder), ein Freund, Luis Prugger, Alfons Hofer; vorne Rudolf Hofer; hinten v.l.n.r. Robert Prugger (Bruder) und Vinzenz Hofer

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