Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach
Die Prugger Krippe der Pfarrei St. Peter in Wenzenbach

Aktuelles

Die Krippe wird am 24. Dezember 2018 wieder ausgestellt und kann dann bis zum 2. Februar 2019 besichtigt werden.

 

Während der Ausstellung sind Krippenführungen gegen eine Aufwands-entschädigung auf Anfrage möglich.

 

Kostenlose Krippenführung ohne Anmeldung voraussichtlich am

25. Dezember 2018

um 15:00Uhr (Änderungen vorbehalten).

Landschaft

Aufstellungspraxis vor den 1970er Jahren

Für die Art und Weise der Aufstellung in der Zeit vor den 1970er Jahren liegen bisher keine genauen Erkenntnisse vor. Gesichert ist durch Kindheitserinnerungen von älteren Wenzenbacher Bürgern, dass die Krippe zur Zeit von Pfarrer Brumbach nicht als Kirchenkrippe verwendet wurde. Vielmehr war es die Privatkrippe Brumbachs, der sie wohl im Wohnzimmer des alten Pfarrhofes (heute nicht mehr vorhanden) aufgestellt hatte.

Erst später, wahrscheinlich nicht bevor Brumbach 1961 in Ruhestand gegangen war und die Krippe der Pfarrei hinterlassen hatte, wurde die Krippe dann in der Pfarrkirche aufgestellt. Nach einem Augenzeugenbericht soll die Krippe wohl zeitweise vor einem gemalten Hintergrundprospekt ausgestellt worden sein.

 

Aufstellungspraxis ab den 1970er Jahren bis Weihnachten 2000

Ab den 1970er Jahren wurde die Krippe weitgehend so aufgestellt wie sie in der Fotografie aus dem Jahre 1989 (siehe unten) zu sehen ist. Den Hintergrund bildeten Tannenzweige vor der weißen Wand. Die Landschaft bestand aus flach auf eine Holzplatte gelegten Moospolstern. Die Figuren waren auf der zu kleinen Platte teilweise durcheinander gestellt und folgten nicht der durch den Schnitzer vorbestimmten Anordnung. Optisch wurde die Krippe vor allem auch durch den Stall geprägt. Diesen hat Heinz Klar aus Wenzenbach in den 1970er Jahren als Ersatz für einen älteren baufälligen Stall gefertigt. Dieser ältere Stall stammte wohl noch aus der Zeit Pfarrer Brumbachs und ist heute nicht mehr vorhanden.

Die Krippe stand immer auf dem linken Seitenaltar, in dem Bereich der Pfarrkirche, welcher heute als Werktagskirche verwendet wird. Der Seitenaltar wurde beim Umbau der Kirche entfernt. Beleuchtet wurde die Krippe zur damaligen Zeit durch einen Strahler, der auf dem Beichtstuhl an der rechten Langhauswand angebracht und auf den Seitenaltar ausgerichtet war.

 

 

Aufstellungstradition und Neugestaltung der Landschaft seit 2003

Das eigentlich Bedeutende der Wenzenbacher Kirchenkrippe sind ihre künstlerisch wertvollen Figuren. Alleiniger Zweck der Landschaft ist es die Wirkung der Figuren zu verstärken. Alles muss vermieden werden, was den Blick des Betrachters von den Figuren ablenken könnte.

Bei der Neugestaltung der Landschaft seit dem Jahr 2003 ging es außerdem darum die bereits in Wenzenbach vorhandenen Aufstellungstraditionen aufzugreifen und das seit Jahrzehnten gewohnte Gesamtbild der Krippe grundsätzlich beizubehalten.

 

1. Als Hintergrund werden nun statt Tannenzweige Stechfichten- und Kiefernzweige verwendet. Der Hintergrund wird außerdem durch eine Rückwand aus rotem Samt ergänzt. Insgesamt entsteht damit ein sehr würdevoller, traditionell wirkender Hintergrund, der das Auge des Betrachters nicht von den Figuren ablenkt.

 

2. Die Figuren werden nicht mehr flach auf eine Grundplatte gestellt sondern auf einem Hügel arrangiert, was ihre lebendige Bewegtheit wesentlich steigert. Auch stehen jetzt immer alle Figurenpaare in der Reihenfolge und so positioniert zueinander, wie es durch die Vorgaben des Schnitzers vorherbestimmt ist.

 

3. Statt einer Landschaft, die nur aus Moospolstern besteht, ist jetzt eine Landschaft aus verschiedenen grünen Moosen und grauen Flechten zu sehen. Hinzu kommen Sägespäne, verschiedene Sträucher, Steine und Wurzeln. Die hellen Sägespäne lockern nicht nur die Landschaft auf, sie kontrastieren auch mit den farbig gefassten Figuren.

 

4. Der Stall aus den 1970er Jahren wurde beibehalten, da er wesentlich das seit Jahrzehnten gewohnte Gesamtbild der Krippe mitbestimmt. Das unansehnlich gewordene Rindendach wurde zwischenzeitlich durch ein Schindeldach ersetzt.

 

 

Geplante Veränderung der Landschaftsgestaltung

Der seit 2003 übliche Aufbau der Krippenlandschaft stellt sich in zunehmendem Maße als problematisch dar. Vor allem die dafür nötige Arbeitszeit und die mit dem Aufbau verbundene Logistik sind hier schwierig. Auch kann dieses Konzept nur mit langjähriger Erfahrung und einem hohen persönlichen Engagement alljährlich aufs Neue umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass das augenblickliche Landschaftskonzept rein stilistisch nicht optimal mit den kunstvollen Figuren harmoniert. Außerdem konnte 2012 nachgewiesen werden, dass die Wenzenbacher Kirchenkrippe aus dem Grödnertal stammt, eine Tatsache die ebenfalls berücksichtigt werden will.

 

Aus diesen Schwierigkeiten heraus, gehen die Planungen augenblicklich dahin, das Aufstellungskonzept von 2003 mittelfristig durch ein neues Konzept zu ersetzen, das sich sinnvollerweise an der typischen Grödner Krippenlandschaft orientieren muss. Dies wird dann aber auch eine sehr einschneidende Veränderung im Gesamtbild der Krippe bedeuten. Handelt es sich doch um einen radikalen Bruch mit einer dann wohl fast 50jährigen Aufstellungstradition. Insofern bedarf dieses Projekt einer wohl durchdachten Planung und sorgsamen Umsetzung.

Wie könnte eine neue Landschaft im Grödner Stil aussehen?

 

1. Wichtig ist, dass die neue Landschaft aus mehreren zerlegbaren Teilen bestehen muss, sodass der Aufbau vereinfacht und innerhalb eines einzigen Tages erfolgen kann.

 

2. Auf jeden Fall muss es als Hintergund einen gemalten Landschaftsprospekt geben. Dieser sollte allerdings in sehr reduzierter Form, d.h. eher schmenhaft gemalt sein, damit die Malerei keinesfalls von den Figuren ablenkt.

 

3. Grödner Krippen haben sehr häufig einen Wurzelstall. Dies scheint bei der Wenzenbacher Prugger Krippe jedoch nicht angebracht. Da die Figuren stilistisch eher Anklänge an die Renaissance aufweisen scheint es stimmiger eine Stallkulisse zu entwerfen, welche aus einem Bretterverschlag innerhalb einer Gebäuderuine besteht.

 

4. Die Landschaft sollte seitlich durch zwei schlichte Kulissen begrenzt werden. Denkbar ist auf der einen Seite vielleicht ein Turm und auf der anderen Seite eine Art Torgebäude. Angedeutet werden könnte eine Örtlichkeit, die am Rande des Ortes Bethlehems gelegen ist.

 

5. Auf jeden Fall müsste es einen mehrteiligen Hügel als Unterbau geben, sodass die Figuren auch in Zukunft auf unterschliedlichen Niveaus arrangiert werden könnten.

 

6. In dem Unterbau könnte in der Mitte eine kleine Wurzelgrotte fest eingebaut sein, die wiederum als Reminiszenz zur Geburtsgrotte von Bethlehem gedacht ist.

 

7. Auch soll der Unterbau so gestaltet sein, dass die Landschaft nicht komplett fertig ist, sondern weiterhin mit Moos, Flechten, Sägespänen, Steinen, kleinen Bäumchen, etc. ausstaffiert werden kann.

 

8. Auf jeden Fall muss das neue Landschaftskonzept nicht nur dem Stil Grödner Krippen entsprechen. Auch die Gestaltung dieser neuen Landschaft muss durch Grödner Künstler erfolgen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Katholisches Pfarramt Wenzenbach